
Seit einiger Zeit berichtet unser Niederlande-Korrespondent Moddin Meyer (Rotterdam) in unregelmäßig-regelmäßigen Abständen schon aus dem Land des Käses, der Tulpen und der Cruyffs.
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…and foul is fair! Wirbelt durch Nebel und Wolkenhöhn!
Das Viertelfinale gegen Brasilien habe ich in einem Irish Pub geguckt. Nach dem Abfiff überquellende Freude, Menschen springen in die Grachten, glucksen glücklich „Brasilien…“ und keinen Atemzug später „… und jetzt Deutschland!“
Doch zwischen den Spieltagen nagen die Zweifel: darf Oranje mit unansehnlichem Stil erfolgreich sein? Manche trauern dem romantischen Stil hinterher, andere sind stolz darauf, dass man erwachsen geworden ist, und jetzt auch kratzen und beißen kann. Die Zeitungen sind voll davon: We doen het op de Duitse manier! Doch was tun die Deutschen – die machen auf orange.
Hugo Borst, Fußball-Analyst (Cruijff: „der Beste aller Zeiten“) und Chefredakteur der Fußballzeitschrift „Hard Gras“ hat am Sonntag im niederländischen WM-Studio eine historische Liebeserklärung an den deutschen Fußball abgegeben. Im Falle des Traumfinales würde er in einen Gewissenskonflikt geraten, wem er die Daumen drücken solle. Zwar ist Borst Fußballanalyst, doch bleibt er Niederländer, und deshalb wirbelt der Zuhörer bei Borsts Aussage durch Nebel und Wolkenhöhen, wie wenn der Papst Kondome mit Noppen und Kirschgeschmack empfehlen würde.

Eine Laune der Natur? Eine Perversion der kosmischen Ordnung? „Deutschland ist Fußballweltmeister. Alles im Universum ist richtig“ heißt es bei „Teamgeist“, einer interaktiven Adidas-Werbung. In diesem sogenannten Graphic Novel Game tritt Deutschland noch einmal gegen die niederländische Nationalmannschaft von 1974 an. Wer quälte sich schon durch dieses öde Online-Spiel und wer konnte schon ahnen, dass man es hier mit einer Prophezeiung zu tun hatte? Cruijff & Co. werden nämlich als orangene Panzerwagen dargestellt, die ins Stadion einrollen und den Rasen zerpflügen. Versunken die Ära, da man in Deutschland Spieler einbürgern wollte, die für Oranje zu grobschlächtig waren.
Ich kehre zurück zum Irish Pub, vor dem ein Typ sitzt, der so ein bisschen aussieht wie Kevin Keegan. Ich will meine orangene Mütze gegen seine Packung Zigaretten tauschen, doch er schenkt mir lieber ein halbes Dutzend. Wir schmöken und smalltalken. Ich: „You’re Irish?“ Er: „I’m English. Now that we’re out we want you to win!“.
…doch Dutch is deutsch!